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Moving Sounds - Press

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Moving Sounds - Markus Stockhausen & Tara Bouman

 

Ritual – Moving Sounds

Album veröffentlicht im Sommer 2015

Diese Musik ist von kristallener Schönheit und beeindruckender Tiefe! Gespielt wird sie von zwei großartigen Instrumentalisten: Markus Stockhausen (Trompete) und Tara Bouman (Klarinette). Zu hören sind 10 Klangimprovisationen, die das telepathische Zusammenspiel der beiden dokumentieren. „Den Moment im Klang hörbar machen / unser Ritual“, so beschreiben sie ihr Anliegen. Bei diesem Ritual verbinden sich der strahlende Klang der Trompete auf subtile Weise mit dem warmen Holzklang der Klarinette. Allen, die die Magie der Klänge neu erfahren wollen, sei dieses kammermusikalische Meisterwerk empfohlen! (Ishu, Osho Times, Okt. 2015 )

 

Intuitive Pause vor der Sirene

Markus Stockhausen und Tara Bouman improvisieren in St. Georg

 

Mag es das Hornthema aus Brahms’ Erster sein, eine Bootsfahrt über den Königssee mit Trompeten-Einlage oder eine Alphorn-Impression aus den Bergen – in St. Georg ertönte zum Romanischen Sommer ein Flügelhorn. Die Antwort als Echo gab eine Klarinette, und der weite Klang mischte sich in der Kirchenakustik zu herrlicher Raummusik. Markus Stockhausen und Tara Bouman luden zu mittäglichen „Moving Sounds“. 

 

Trotz ungewohnter Uhrzeit folgten viele dem Ruf der Bläser, erwartungsgemäß zu einer klingenden Meditation aus Naturklang in romanischer Architektur. „Wir wollen hören, was in diesem Raum zu uns spricht“, formulierte Stockhausen, und so setzte er mit seiner Partnerin Tara Bouman ganz auf intuitives Musizieren. Diese Art der spontanen Improvisation pflegen die beiden bereits seit 2001 und suchen ausgefallene spirituelle Orte und Architekturen, um ihre Konzerte ganz individuell auf Räume abzustimmen. 


St. Georg eignete sich sehr für eine klangliche Expedition, weil der kubische Westbau und der gestreckte Hochchor, wenn man sie bespielt, ganz eigene akustische Wellen aussenden. So war der Blechklang aus dem Chorgestühl im Langhaus nicht zu lokalisieren, während sich der sonore Basis- Sound der Bass-Klarinette deutlich aus dem imposanten wie ungewöhnlichen Westbau speiste. 

 

Aber die Musiker beschritten auch den Raum, wechselten Position und Blasrichtung, Tara Bouman oft als Lieferant für die Basslinie, Stockhausen mit unbestechlich klarem Ton bis in höchste Höhen von Flügelhorn und verschiedenen Trompeten. 

 

Er gilt nicht umsonst als absolute Bläser-Ikone aus deutschen Landen, unter anderem als Spezialist für die für ihn komponierten gewagten Trompetenpartien in Werken seines berühmten Vaters. Er gründete bereits eine eigene „Internationale Akademie für intuitive Musik“. Das Duo „Moving Sounds“ bildet das klingende Werbeprospekt für diese Art, entspannt und mit geschlossenen Augen zu musizieren und ebenso zu hören. 

 

Intuitiv endeten die Musiker einmal den Zwiegesang, bevor die Polizei mit lauten Sirenen ihren früheren Stammsitz am Waidmarkt inspizierte. Aber der Sound der Großstadt spielte ebenso wunderbar in das diesjährige Motto „Naturklang“ hinein: Auch die Vögel zwitscherten zu dem Lied, das St. Georg uns sang. 
(wei) Kölner Rundschau, am 28.6.2014

 


Wandelkonzert im Bonner Münster

Musiker und Klänge in Bewegung

Von Guido Krawinkel


BONN.  Mucksmäuschenstill war es im Münster zu nächtlicher Stunde. Konzentriertes Lauschen bestimmte die Atmosphäre beim Wandelkonzert mit dem Trompeter Markus Stockhausen und der Klarinettistin Tara Bouman.


Die beiden loteten unter dem Motto Moving Sounds das klangliche Potenzial ihrer Instrumente und des Raumes aus. Talking Sounds wäre allerdings auch ein denkbarer Titel für diese Performance gewesen, hatte man doch während der gut anderthalb Stunden stets den Eindruck, einer intensiven Unterhaltung zweier Instrumente zu lauschen.


Das begann schon im Kreuzgang, wo die beiden Musiker das Konzert eröffneten, zunächst motivisch wie räumlich enge Kreise umeinander zogen, die sich im Laufe der weiteren Entwicklung des Geschehens immer weiter zogen. Eigentlich sollte man nicht meinen, dass das bloße improvisatorische Miteinander zweier Musiker so spannend werden kann, doch schafften es Stockhausen und Bouman zweifellos, die Zuhörer mit ihren musikalischen Interaktionen in ihren Bann zu ziehen.


Schöner wäre es indes noch gewesen, wenn sie die räumlichen Gegebenheiten des Kreuzgangs noch weiter ausgelotet hätten, doch nach gut zehn Minuten ging es schon rüber in die Münsterkirche.


Aber auch hier bot sich den beiden Musikern ein reiches Spektrum an architektonischen wie akustischen Möglichkeiten, das sie beim stetigen Wandeln durch den Kirchenraum erkundeten. Unglaublich war immer wieder, wie spontan die beiden aufeinander reagierten, das Spiel des Anderen mit ihrem intuitiven, von festgelegten Schemata völlig befreiten Ansatz aufgriffen, verwandelten, spiegelten. Lang anhaltender Beifall.
Bonner Generalanzeiger, Artikel vom 09.08.2014

 

 

»Moving Sounds« verzaubern in Pfarrkirche


Marburg (kdw). Es war nicht nur das Abschlusskonzerts des Stadtfestes »3 Tage Marburg«, es war auch etwas ganz Besonderes: Das Konzert von Markus Stockhausen und Tara Bouman als Duo »Moving Sounds« mit ihrem Programm improvisierter Musik verzauberte am Sonntagabend die fast 700 Zuhörer in der lutherischen Pfarrkirche.

 

Schon der Beginn war anders. Stockhausen (Trompete und Flügelhorn) und Bouman (Klarinette und Bassklarinette) starteten vom Eingang her und ließen ein sehr ruhiges, überblendendes Wechselspiel einzelner Töne erklingen, ganz einfach gespielt. Die meisten Zuhörer bekamen erst mal nicht ganz genau mit, woher die Töne kamen. Die hervorragende Akustik der Kirche – relativ kleiner Hall und eine vorzügliche Höhenverständlichkeit zusammen mit einer fast homogenen Klangverteilung – ließ dennoch jeden in den Genuss der Musik kommen. Zum ersten Mal machten Stockhausen und Bouman deutlich, dass »Moving Sounds« auch das Wandern der Klänge bedeutete. Langsam begannen die Menschen sich zu beruhigen; der Beifall war sogleich umfassend und anhaltend – bis zum letzten, dann enormen Aufbrausen zum Schluss.

 

Im zweiten Titel, »Andrea«, wurde gleichzeitig begonnen. Stockhausen setzte teils rhythmische Vorgaben, die Bouman aufgriff und die dann zu sanften Gemeinsamkeiten führten – ein leichte Veränderung der Spielweise, die aber bei der geübten Knappheit der Instrumente und Spielweisen sofort auffiel. Für »Belfort« wechselte Stockhausen vom Flügelhorn zur Trompete, Bouman spielte Bassklarinette, auf der sie zuweilen didgeridooartige Elemente lieferte; sehr effektvoll: Die Facetten mehrten sich, während die Trompete förmlich erstrahlte. Es war ein verspieltes Umeinandertirilieren, freier als bis dato und durchaus heiter. Auffällig war hier besonders, wie exzellent die Bassklarinette im Raum tragend agieren konnte, mühelos von vorn bis hinten reichend, perfekt artikuliert und wunderschön im Klang.

 

Ein Merkmal des Duos, das auch für Stockhausen gilt, der in der Region schon 2010 mit Ferenc Snetberger auf dem Kirchberg in Lollar brillierte. Er spielte in Marburg einfach vollkommen reine, gleichsam naturbelassene Töne, superb intoniert und mit einer Stabilität sensibel im Raum gestaltet, die ihresgleichen suchte: überragend. Hier zeigte sich, wie gleichsam reine Musik zu einer Wirkung gelangen kann, der sich praktisch jeder hingab. Kaum denkbar, dass fast 700 Menschen noch stiller und vor allem noch ruhiger sein können. Der Atem des Sitznachbarn zum Beispiel, zu Beginn deutlich und schwer, ging inzwischen ganz ruhig und flach.

 

Die rare Kombination von Bassklarinette und Piccolotrompete erklang in der ungemein sanften »Serenade«. »Wir haben hier nur eine Stimmung im Kopf«, erklärte Stockhausen hier die Arbeitsweise mit der improvisierten Musik, »und eine bestimmte Tonleiter, das ist uns das Thema.« Dazu erklangen auf der Trompete ganz kleine, feine Klangminiaturen und geradezu gehauchte Ergänzungen von Bouman. Aber es wurde nicht nur geschwungen und geschwebt. Plötzlich gab’s einen Wechsel vom eher Getragenen zum Flüssigen, ein freies, scherzendes Miteinander, bei dem Bouman auch schon mal ins Instrument sang.

 

Mit seinem faszinierend multitonalen, virtuosen Solo auf einem asiatischen Becken, später mit Bassklarinette, brachte Stockhausen so einige Zuhörer in ihren Grenzbereich. Doch mit dem abschließenden Wechselspiel zwischen den entferntesten Punkten der Kirche, einem wunderbar weichen und dennoch prägnanten Stereoerlebnis, war die musikalische Welt dann wieder ganz in Ordnung. Ein Abend von superber Musikalität und zugleich glaubhafter emotionaler Kraft, dargeboten mit fast elementaren musikalischen Elementen: wahrhaft bewegend, und das ist die zweite Bedeutung von »Moving Sounds«.


© Gießener Allgemeine Zeitung 2013 - www.giessener-allgemeine.de Artikel vom 16.07.2013
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